Das Margin als Sicherheitsleistung

Sowohl beim Handel mit Devisen als auch CFDs arbeiten die Broker mit einem Hebel sowie daran geknüpft mit einem Margin. Das ist eine Sicherheitsleistung und beträgt – je nach Hebel – in den meisten Fällen zwischen 0,25 und 10 Prozent. Der Kunde muss also beispielsweise bei einer Sicherheitsleistung von fünf Prozent lediglich fünf Prozent des Handelsvolumens als eigenes Kapital auf seinem Handelskonto vorhalten. Wer also beispielsweise US-Dollar im Gegenwert von 100.000 Euro handeln möchte, der muss bei einem Margin von fünf Prozent mindestens 500 Euro eigenes Kapital auf dem Handelskonto vorhalten und für den Trade einsetzen.

Was ist der Margin Call?

Das Margin muss zu jedem Zeitpunkt ausreichend sein, da es als Sicherheitsleistung dient. Nun kann es natürlich passieren, dass die zwischenzeitlichen Kursverluste bei einer Position so hoch sind, dass das auf dem Handelskonto zur Verfügung stehende Margin die Sicherheitsansprüche eventuell in wenigen Minuten nicht mehr erfüllt. Im vorherigen Beispiel könnte dies bedeuten, dass bei einer geforderten Sicherheitsleistung von fünf Prozent inzwischen Kursverluste von knapp unter fünf Prozent vorhanden sind. In diesem Fall arbeiten die meisten Broker mit einem Margin Call.

Dieser ist praktisch ein Alarm und soll den Trader darüber informieren, dass seine Sicherheitsleistung aktuell gerade noch ausreicht, aber bereits kleinste weitere negative Kursentwicklungen dazu führen könnten, dass kein ausreichendes Margin mehr vorhanden ist. Das „Problem“ für den Trader besteht in dieser Situation darin, dass sich die meisten Broker dazu verpflichtet haben, dass keine grösseren Verluste für den Trader entstehen können, als er Kapital eingesetzt hat. Somit müsste die Position automatisch geschlossen werden, damit dies nicht eintritt.

Was muss der Trader bei einem Margin Call tun?

Die spannende Frage ist nun, wie der Trader auf einen Call reagieren kann. Grundsätzlich gibt es die folgenden Szenarien:

  • Margin auf dem Handelskonto erhöhen und damit die Position sichern
  • Margin Call ignorieren und Position wird bei weiteren kleinen Verlusten vom Broker geschlossen
  • Margin Call ignorieren und Verluste reduzieren sich, sodass Position offenbleiben kann
  • Trader gerät in die Nachschusspflicht

Der letzte Punkt ist aufgrund neuerer EU-Richtlinien heutzutage zumindest bei solchen Brokern nicht mehr aktuell, die innerhalb der EU ansässig sind. Im Normalfall müssen die CFD- und Forex-Broker nämlich mittlerweile eine Nachschusspflicht ausschliessen, sodass der Kunde eben nicht mehr Kapital verlieren kann, als er eingesetzt hat. Dennoch trifft dies nicht automatisch auf sämtliche Forex- und CFD-Broker zu, sodass Sie sich unbedingt darüber informieren sollten, ob bei Ihrem Anbieter eine Nachschusspflicht besteht oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie zum Teil sogar deutlich mehr Kapital verlieren, als Sie eingesetzt haben.

In dem Zusammenhang ist der Margin Call also eine gut gemeinte Hilfe bzw. Warnung seitens des Brokers, damit Sie möglichst nicht in die Nachschusspflicht gelangen bzw. Ihre Position nicht automatisch geschlossen wird und Sie damit Ihren Kapitaleinsatz verlieren würden.

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